Die Weltwirtschaft wuchs 2004 mit +4,2 % so rasch wie zuletzt vor 15 Jahren. Der internationale Handel expandierte dank boomender US-Nachfrage und der verstärkten Integration Chinas mit +9,0 % kräftig. Dabei wurden erhebliche Ungleichgewichte sichtbar: Die Erdölpreise stiegen gegenüber dem Durchschnitt des Jahres 2003 nachfragebedingt um rund 40 %. Der Euro-Kurs erhöhte sich gegenüber dem US-Dollar in Folge der US-Leistungsbilanzdefizite und von Portefeuilleumschichtungen der Notenbanken im Jahresverlauf um knapp +8 % auf EUR 1,36 zum Jahresende. Dies bremste die Konjunkturerholung im Euro-Raum. Die Binnennachfrage blieb bei geringer Beschäftigungsdynamik und realen Kaufkraftverlusten aus dem hohen Ölpreis schwach. Insgesamt beschleunigte sich das Wachstum im Euro-Raum mit 1,8 % langsam. Dies bedeutet einen Wachstumsrückstand gegenüber den USA von 2,6 Prozentpunkten.
Die im Mai 2004 erfolgte größte Erweiterungsrunde der Geschichte der EU ist mit positiven Impulsen für das Geschäft im Kernmarkt der Investkredit verbunden. Der Kernmarkt der Investkredit als Spezialbanken-Gruppe in Zentraleuropa entwickelte sich vor diesem Hintergrund vergleichsweise dynamisch. Polen (+5,7 %) und die Slowakei (+5,0 %) blieben auf einem robusten Wachstumskurs, obwohl mit der Aufwertung des Zloty (Polen) und Inflationsimpulsen nach dem EU-Beitritt (Slowakei) Hindernisse im internationalen Handel zu überwinden waren. Auch Tschechien (+3,9 %) und Ungarn (+3,8 %) verzeichneten höhere Wachstumsraten als die EU 25, wobei vor allem Tschechien auch eine ausgeprägte Investitionskonjunktur verzeichnete. Nicht zuletzt blieb auch Deutschland (+1,4 %) über den Wachstumserwartungen, kräftige Exportzuwächse konnten hier die schwierige Arbeitsmarktlage und die Verunsicherung der Konsumenten durch den Umbau der sozialen Sicherungssysteme teilweise kompensieren.
Die Konjunktur in Österreich hat sich seit dem Frühjahr 2004 deutlich belebt. Die Gesamtwirtschaft entwickelte sich mit +1,9 % besser als der Euro-Raum. Weiter sinkende relative Lohnstückkosten ließen Anteilsgewinne auf den Weltmärkten zu, trotz Euro-Aufwertung stiegen die österreichischen Warenexporte damit um real +8,3 %. Damit war eine Expansion der österreichischen Industrieproduktion um mehr als 5,2 % verbunden. Dies stützte die Investitionen der Unternehmen: Die Ausrüstungsinvestitionen in Österreich 2004 wurden mit +6,0 % rascher ausgeweitet als im Euro-Raum. Vor allem Fahrzeuge und Maschinen wurden vermehrt nachgefragt.
Angesichts anhaltend niedriger Zinsen wurden die Investitionen dabei europaweit wieder stärker durch Kredite finanziert. Während sich die Kreditnachfrage des öffentlichen Sektors verlangsamte, beschleunigte sich die Kreditvergabe an den privaten Sektor 2004 deutlich.